Alopezie, Alope…was? Die drei Hauptformen von Haarausfall.

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Alopezie, Alope…was? Haarausfall.

Eine Bürste oder den Abfluss voller Haare tut nicht weh, schmerzt aber dennoch. Betroffene leiden oft psychisch und werden zu allem Übel noch mit Verhaltenstipps aus Ihrem Umfeld vollgetextet. Empfehlungen wie „nasse Haare nicht zu bürsten“ sind jedoch auf schwachem Fundament gebaut, denn ob trocken oder nass spielt eine untergeordnete Rolle. Haare die beim Kämmen ausfallen, wären sowieso demnächst ausgefallen. Dasselbe mit dem glorreichen Hinweis doch mal das Shampoo zu wechseln verpufft ins Leere. Oftmals überteuerte Pflegespülungen verleihen dem Haar vielleicht mehr Glanz und machen es kämmbarer. Auf die Haarwurzel und die Haarmenge haben sie jedoch nur einen marginalen Einfluss. Alopezien sind klar definierte körperliche Krankheiten. Unterschieden werden dabei drei Hauptformen der Alopecia: Alopecia areata, Alopecia diffusa und Alopecia androgenetica. Von diesen und möglichen Behandlungsformen für Haarausfall wird dieser Artikel handeln.

Alopecia areata

Alopecia areata
Alopecia areata

Unter Alopecia areata (auch: Alopecia cirumscripta, areata celsis, Pelade) versteht man im Volksmund den kreisrunden Haarausfall. Es ist eine Autoimmunkrankheit, bei der immer wieder urplötzlich an einer klar umrissenen Stelle am Kopf Haare ausfallen. Autoimmun heisst es deshalb, weil sich das Immunsystem nicht nur gegen externe Schädlinge, sondern auch gegen den eigenen Körper richtet. Dabei greifen die weissen Blutkörperchen die Haarfollikel an, aus denen die Haare spriessen. Warum sie das Gewebe befallen und damit die Haare in Mitleidenschaft ziehen, ist nicht abschliessend geklärt. Fakt ist jedoch, dass es familienintern verhäuft auftritt. Es könnte also erblicher Natur sein. Wobei Alopecia areata weder ansteckend noch gefährlich ist.

Nach einigen Wochen bis hin zu Monaten können die Haare ebenso plötzlich an den kahlen Stellen wieder spriessen, wie sie vorher unverhofft ausgefallen sind. In diesem Best-Case- Szenario vielfach anfänglich noch unpigmentiert und damit weiss. Aber immerhin, sie wachsen wieder. Wenn man Pech hat, fallen sie jedoch später an gleicher oder anderer Stelle erneut aus. Alopecia areata ist für Betroffene daher oftmals wie eine Lotterie und damit extrem belastend.

Schönes Haar hat in unserer Gesellschaft einen extrem hohen Stellenwert. Insbesondere bei Frauen hängt daran die ganze Weiblichkeit. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Frauen es mental meist viel schwerer nehmen als Männer, die vom gleichen Problem betroffen sind.

Frauen betrifft es jedoch meist in viel bescheidenerem Ausmass und sie werden nie eine Vollglatze kriegen, wie man sie bei sehr vielen Männern kennt. Was die Ausprägung der Krankheit anbelangt, tangiert es Männer also in weit grösserem Ausmass. In Bezug auf die Auftretenshäufigkeit werden aber beide Geschlechter in etwa gleich oft davon heimgesucht. Von der Altersstruktur her sind sicherlich ältere Semester übervertreten. Je nach Art des Haarausfalls (Alopecia) beginnt das Problem gleichwohl schon deutlich früher, bei Alopecia areata teils schon im Kindesalter.

Zur Behandlung von kreisrundem Haarausfall bedienen sich Dermatologen üblicherweise Kortisonpräparaten. Das Kortison soll dabei die Attacken der Immunzellen auf die Haarfollikel hemmen. In der Regel werden diese Präparate auf die kahlen Stellen aufgetragen. In hartnäckigeren Fällen wird es unter die betroffene Hautpartie gespritzt. Wenn dies noch immer keine Wirkung zeigt, kann Kortison auch innerlich angewendet werden, etwa durch Infusionen oder in Form von Tabletten. Aufgrund der teilweise tief greifenden Auswirkungen auf die Psyche gilt das Augenmerk besonders der Dosierung. Deswegen verabreichen Ärzte üblicherweise nur Mikrodosen und überwachen die Patienten nach Abgabe einige Stunden in der Praxis.

Zwei andere schulmedizinische Therapieansätze um Alopecia areata entgegenzutreten, sind die Immuntherapie mit dem Wirkstoff Diphenylcyclopropenon (DCP) sowie der UV-A- Strahlen-Kamm. Wegen der etwas unkalkulierbaren Nebenwirkungen sind sie allerdings selbst bei Dermatologen nicht unumstritten und werden nur punktuell eingesetzt, wenn Ihnen die Ideen ausgehen.

Alopecia diffusa

Alopecia diffusa
Alopecia diffusa Haarausfall

Neben alopecia areata zählt auch alopecia diffusa zu den Hauptformen des Haarausfalls. Zu Deutsch ist damit der diffuse Haarausfall gemeint. Häufig tritt er bei Frauen auf. Dabei präsentiert sich das Haar auf dem ganzen Kopf brüchig und schütter. Mögliche Gründe können unter anderem rheumatologische Medikamente sein. Aber auch eine Chemotherapie kann ein solcher Auslöser sein. Dabei werden die Haarwurzeln nämlich quasi vergiftet.

Gerade bei Frauen lassen sich jedoch oft andere Ursachen für die alopecia diffusa ausmachen. Namentlich sind dies eine Schilddrüsenunterfunktion oder Eisenmangel aufgrund zu starker Menstruation, was auch erklärt, weshalb gerade diese Form des Haarausfalls beim weiblichen Geschlecht überproportional oft vorkommt. Lässt sich der Haarausfall auf diese Gründe eingrenzen, ist der ärztliche Lösungsansatz den Eisenhaushalt mittels Infusionen oder Tabletten wieder ins Lot zu bringen bzw. das Schilddrüsenhormon zu verabreichen.

Alopecia androgenetica

 

Alopecia androgenetica
Alopecia androgenetica

Von androgenetischer Alopezie sprechen Fachleute, wenn sich das Haar nur im Stirn und Scheitelbereich lichtet, während es am Hinterkopf stehen bleibt. Davon sind erblich bedingt meistens die Männer betroffen. Dafür verantwortlich sind Androgene, also die männlichen Sexualhormone. Die Ursache lässt sich somit ziemlich eindeutig umreissen.

Bei betroffenen Frauen greift diese Begründung jedoch zu kurz und auch die Bezeichnung

„androgenetisch“ ist in diesem Kontext etwas unglücklich gewählt. Denn die „Frauen-Glatze“ ist nicht anlagebedingt und anders als bei Männern lässt sich der Haarausfall auch nicht auf das Sexualhormon zurückführen. Die Ursachen bei der Frau sind bis heute nicht abschliessend geklärt. Unter Fachärzten wird gemutmasst, dass es mit der Menopause bzw. der hormonellen Umstellung währenddessen zusammenhängen könnte. Wirklich erhärtet hat sich dieser Verdacht bisher jedoch nicht.

Bei dieser Form von Haarausfall schwören die meisten Dermatologen auf den Wirkstoff Minoxidil. Die Substanz, welche in verschiedenen Medikamenten enthalten und unter diversen Handelsnamen erhältlich ist, wird täglich auf den Haarboden geträufelt und soll die Wachstumsphase (siehe nächster Abschnitt) der Haare verlängern. Der Haarausfall wird dabei verzögert bzw. aufgehalten und teilweise spriessen gar neue Haare. Laut Dermatologen sprechen sowohl Männer als auch Frauen relativ gut auf Minoxidil an und es führt zu einer sichtbaren Haarvermehrung innert weniger Monate. Bei dieser medikamentösen Behandlung sollte sich der Anwender allerdings der gravierenden Nachteile bewusst sein: Sobald das Minoxidil abgesetzt wird, lässt auch die Wirkung nach und die Haare beginnen wieder auszufallen. Weil die Medikation nicht wirklich nachhaltig ist müssen die Patienten daher gewillt sein das Präparat dauerhaft zu verwenden – mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Ausserdem muss er auch für die Medikamentenkosten selber aufkommen, da es sich dabei nicht um eine anerkannte Kassenleistung handelt.

Vom Haarwachstum zum Haarausfall

Vom Haarwachstum zum Haarausfall
Vom Haarwachstum zum Haarausfall

Das Haarwachstum eines Menschen läuft zyklisch ab. Wobei dieser Zyklus bei jedem Menschen etwas anders definiert ist. Dieses „genetische Programm“ ist in jeder Haarwurzel festgeschrieben, sodass sie „automatisch“ weiss, wann es an der Zeit ist, ein neues Haar zu produzieren und dabei gleichzeitig das alte Haar abzustossen. Dieses Programm lässt sich in 3 Phasen gliedern:

  1. Wachstumsphase (anagene Phase)

Durch den Zellennachschub wächst ein Haar rund 0,4 Millimeter pro Tag und wird dabei konstant nach oben gedrückt, wo es dann durch die Kopfhaut empor stösst. Diese Phase ist durativ und erstreckt sich je nach Konstitution auf 2 bis 7 Jahre. Womit auch gleich das Geheimnis gelüftet ist, weshalb naturell bedingt nicht jeder Mensch in den Genuss von sehr langen Haaren kommen kann.

  1. Übergangsphase (ketagene Phase)

In dieser Phase lässt die Versorgung des Haares mit essenziellen Nährstoffen allmählich nach und die Haarwurzel selber beginnt zu verhornen. Dieses Stadium persistiert ca 2-4 Wochen.

  1. Terminal- Ruhephase (telogene Phase)

Von Ruhephase spricht man, wenn das Wachstum des einzelnen Haares komplett zum Erliegen gekommen ist und es kurz vor dem Abstossen steht. Begutachtet man das Haar in dieser Phase unter dem Mikroskop sieht es aufgrund der Nährstoffkappung merklich dünn aus in Relation zur vorangegangenen Wachstumsphase. Zudem ist es nicht mehr im Haarfollikel verankert, sodass es beim Duschen oder Kämmen jederzeit und verhältnismässig leicht ausfallen kann. Dieses Endstadium währt ca 2-4 Monate und ist ein ganz normaler vitaler Prozess, währenddessen sich bereits eine frische Haarwurzel heranbildet und damit die Grundlage für ein nachfolgendes Haar schafft, um den neuen Zyklus einzuläuten.

Soweit zu den verschiedenen Phasen. Unser Organismus ist jedoch noch viel raffinierter. Gehen wir von davon aus, dass ein Mensch zwischen 75-150‘000 Haaren auf dem Kopf hat (rothaarige ca 75-90 tsd., schwarzhaarige ca 100 tsd., braunhaarige ca 110 tsd., blondhaarige ca 150 tsd.), so wäre es doch sinnvoll, wenn sich nicht immer alle Haare im gleichen Stadium befänden. Oder etwa nicht? Deshalb hat unser Organismus vorgesorgt. Um den Bestand stabil zu halten sind die Zyklen zeitlich so versetzt, dass sich ständig ungefähr 80-85% der Haare in der Wachstums-, ca 1-3% in der Übergangs- und etwa 12- 20% in der Ruhephase befinden.

Aufgrund dieses natürlichen Prozesses ist es augenscheinlich nichts ungewöhnliches, dass der Mensch Haare verliert. Haarausfall ist also bis zu einem gewissen Grad völlig normal. Doch wo hat das Normal seine Grenzen? Eine exakte „haarscharfe“ Grenze gibt es nicht. Um ein Krankheitsbild konkretisieren zu können sprechen Dermatologen von Haarausfall, wenn man täglich mehr als 100 Haare verliert und sich die Haarpracht sichtbar lichtet. So lautet die Definition von Haarausfall. In Bezug auf unser Berechnungsmodell von oben könnte man in diesem Zusammenhang rückschliessen, dass wenn sich weniger Haare als üblich in der Wachstumsphase, dafür indes ein erhöhter Anteil in der Ruhephase befindet, man nach Adam Riese mehr als 100 Haare pro Tag verliert.

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