Psychologische und soziale Folgen von Haarausfall

Mann vor einem Badezimmerspiegel der gestresst seinen Haaransatz überprüft

Haarausfall ist für viele Betroffene mehr als nur eine kosmetische Bagatelle. Zwar sind es nur Haare und es gibt sicherlich weit schmerzhaftere, bisweilen sogar lebensbedrohlichere Krankheitsbilder, aber je nach Standing der Person und Priorisierung der Thematik kann Haarausfall weitreichende soziale und psychologische Folgen haben. Ohnehin stehen Psyche und Haarausfall in einer Wechselwirkung zueinander. Einerseits kann sich Haarausfall auf die psychische Gesundheit auswirken, andererseits können aber auch psychologische Faktoren Haarausfall begünstigen. In diesem Blogbeitrag möchten wir den Einfluss von Haarausfall auf die Psyche, Partnerwahl und Karriere und die seelischen Belastungen die mit dem Haarverlust einhergehen näher beleuchten.

Die psychologischen und sozialen Auswirkungen von Haarausfall lassen sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Hierbei ist vielleicht folgende Unterteilung nützlich:

  • Selbstbild: Psychologische Wirkung auf einen selber
  • Fremdbild: Wirkung auf Andere
  • Soziales Konsequenzen: Beruf und Partnerschaft

Zunächst gilt es mal zwischen Selbst- und Fremdbild zu unterscheiden, zumal Eigenwahrnehmung und die Wirkung auf Dritte nicht immer identisch sein muss. Die sozialen Auswirkungen wiederum erwachsen aus beiden Bildern zusammen oder einzeln, weshalb wir es hier schlichtweg mal als Konsequenz betiteln.

Selbstbild

In der Eigenwahrnehmung läuft der Haarausfall leider oft im Gleichschritt mit dem Verlust des Selbstwertgefühls oder dem gefühlten Einbüssen von Attraktivität und einem eventuell daraus resultierenden sozialen Rückzug bis hin zu neurotischen Auffälligkeiten und Depressionen. Fast schon selbsterklärend, dass das negativ behaftete Selbstbild unmittelbar im sozialen Zirkel bemerkbar werden kann. Betroffene bekommen womöglich weniger Avancen auf dem Singlemarkt oder es ist allenfalls in der Berufsfindung hinderlich.

Ironischerweise ist jedoch das Problem oftmals nur solange existent, wie man es selber zum Thema macht. Es soll ja tatsächlich Leute geben, die trotz Glatze ein bedenkenloses und glückliches Leben führen. Vielleicht hilft das Betroffenen wenn sie sich dies vergegenwärtigen. Allerdings verstehen wir nur zu gut, dass es durchaus einschneidende soziale Konsequenzen geben kann, die man durch blosses wegrationalisieren des Problems nicht ohne Weiteres aus der Welt schaffen kann, weil sie schlichtweg nicht mehr in der eigenen Einflusssphäre liegen. Gleichwohl ist es so, dass das eigene Standing und die Relevanz dieses Themas für Sie selber latent in Ihrer Ausstrahlung zum Ausdruck kommt. Womit wir beim Thema Charisma und Aura angelangt wären…

Fremdbild

Eine detaillierte Veranschaulichung vom Fremdbild bei Haarverlust bieten bsp. die Hair- Language-Studien von Reinhold Bergler. Darin wurden Probanden unter anderem gebeten auf Eigenschaften von Personen zu schliessen, die entweder über eine üppige Haarpracht verfügten oder unter Alopezie in unterschiedlichsten Stadien (Norwood-Hamilton-Skala, Klassifizierung nach Ludwig – lesen Sie hierzu gerne unseren Blogbeitrag Stadien des Haarausfalls) litten. Zu bewertende Merkmale waren etwa: Berufliche Ausrichtung, Lebenseinstellung, Zufriedenheit, Flexibilität, Durchsetzungsvermögen, Gesundheitsbewusstsein, Intelligenz, Leistungsmotivation, Ordnungssinn, jugendliches Aussehen, soziale sowie physische Attraktivität und das eingeschätzte Selbstwertgefühl der betreffenden Person etc.. Basierend auf solchen Kriterien wurde von den Probanden bsp. resümiert, dass sie Männer mit fortgeschrittenem Haarausfall oder gar Glatze im Vergleich zu Männern mit vielen Haaren als weniger dominant, weniger maskulin und weniger dynamisch empfanden. Allerdings wurden sie beispielsweise auch älter und intelligenter eingeschätzt.

Haarverlust kann einem also auch zum Prädikat der „Reife“ und „Weisheit“ verhelfen. Nicht umsonst spielt bsp. die Bezeichnung Ratsherrenecken bzw. Geheimratsecken auf die Ehre und das Alter des „Geheimen Rates“ ab. Diese Würdenträger genossen damals hohes Ansehen. Obwohl die Auszeichnung „Geheimrat“ eigentlich nur in der Zeitepoche der deutschen Monarchie an ausgewählte Beamte verliehen wurde, findet der „Titel“ somit heute noch Verwendung. Worauf wir hinaus möchten: In vielen Kulturen wird den Stammesältesten speziellen Respekt gezollt, weil sie über vermeintlich über am meisten Erfahrung verfügen, Lebensweisheit mitbringen und schon die eine oder andere Feuertaufe bestanden haben. Und graue Haare oder schütteres Haar werden eben oftmals damit impliziert. Haarausfall muss also nicht nur Nachteile mit sich bringen.

Soziale Konsequenzen

Wir haben oben die teils weitreichenden sozialen Konsequenzen bei der Partnerfindung und Karrierechancen schon angeschnitten. Letzteres möchten wir hier anhand einer EMNID- Studie von 1999 erläutern. Untersuchungsgegenstand der Studie war die Fremdwirkung von Haarausfall im Zusammenhang mit Personalentscheidungen. Wie die Studienleiter unweigerlich feststellten erhielten Bewerber mit vollen Haaren auf deren Portraits in Ihrer Bewerbungsmappe in Relation zu Mitbewerbern mit schütterem Haar bei sonst identischen Voraussetzungen, von Personalern eher den Vorzug und wurden deutlich öfters zu Jobinterviews eingeladen.

Fazit: Egal wie sehr in unserer Gesellschaft die Verhinderung von Diskriminierung und Gleichberechtigung propagiert werden: Sympathie, Ästhetik und Attraktivität kann man genauso wenig politisieren wie die subjektive Wahrnehmung eines jeden einzelnen. Ist so, weil ist so.

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